Freitag, 29. April 2011

Im Museum für Naturkunde in Berlin (2)



Fortsetzung


Das stilvolle Ambiente des historischen Mineralien-Saales überträgt sich leider nur in Teilen auf die Präsentation der ausgestellten Stufen. So schön die alten Vitrinen und Schautische auch sein mögen, es müssen doch einige Nachteile in Kauf genommen werden:

Die Großstufen auf der obersten Reihe der Vitrinen-Schränke sind schlecht und nur von schräg unten einsehbar, da sie einfach zu hoch angeordnet sind. Selbst bei meiner Körpergröße von 185 cm stellten sich bald Nackenschmerzen ein. Die Stufen geraten so leider aus dem Blickfeld und werden bedauernswerterweise nur nebenbei beachtet. Ästhetische Aspekte gehen dabei sehr oft verloren.

Auch die Schautische mit den eher seltenen Systematik-Mineralien sind für kleinere Leute schlecht einsehbar. Kinder unter 10 Jahren sehen die Stufen aus schlechtem Blickwinkel – wenn überhaupt.

Abb. 13: Mineralien-Saal

Ein weiteres Problemfeld ist die Ausleuchtung der Exponate. Die alten Möbelstücke wurden nicht verändert und z.B. mit einer integrierten Beleuchtung nachgerüstet. Die oberhalb der Vitrinen angeordneten Leuchten sind eher unvorteilhaft und sehr oft nicht ausreichend, um die Stufen wirkungsvoll in Szene zu setzen. Störende Spiegelungen an den leicht geneigten Frontscheiben der Vitrinen erhöhen nicht den ästhetischen Genuss.
Besonders die Schautischstufen haben unter der Beleuchtungsmisere zu leiden. Viele Mineraleigenschaften sind im Halbschatten (den man durch das Hinüberbeugen selbst erzeugt) nicht erkennbar. Man kann verstehen, dass man seitens der Kustoden bemüht war und ist, den originären Zustand des Saales und seiner Einrichtung erhalten zu wollen. So betrachtet rückt hier der historische Raum als Gesamtensemble in den musealen Vordergrund. Leider bleibt da die einzelne Mineralstufe auf der Strecke und wird nur unvollständig gewürdigt.


Weitere Impressionen:

Abb.  14: Elbait, ca. 30 cm lang. San Diego Co., Kalifornien, USA
Abb. 15: 40 cm breite Schaustufe, leider ohne detaillierte Angabe zum Fundort
Abb. 16: Malachit und Cerussit. Clausthal-Zellerfeld, Oberharz
Abb. 17: Gips. Roßleben an der Unstrut (Thüringen)
Abb. 18: Klein, aber fein
Abb. 19: 20-cm-Stufe Arsentsumebit und Azurit. Tsumeb, Namibia
Abb. 20: Auswahl uranhaltiger Minerale
Abb. 21: Eindrucksvolle Kristalle bis 3 cm
Abb. 22: Ein schöner Hingucker
Abb. 23: 15 cm breite Stufe mit Polylithionit und Akmit. Mont St. Hillaire, Canada


Wird fortgesetzt.

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