Samstag, 25. Februar 2012

Geosammlung der TU Clausthal (2)



Direkt an die (systematische) Mineraliensammlung, die ich in Teil 1 skizziert habe, schließt sich die Mineralogische Harzsammlung an. Diese wurde 1991/92 eingerichtet und zeigt ca. 1.000 Exponate aus einem Gesamtbestand von ca. 25.000 Proben. Bei meinem Besuch waren einige Stufe entnommen; sie werden derzeit in Marburg gezeigt.


Abb. 25:
Blick von der Harzsammlung durch die Tür auf die Vitrinen
der Systematik-Sammlung.

Abb. 26:
Wandvitrine mit Erzstufen des Oberharzes

In der Mineralogischen Harzsammlung (Teil 1.2)

Die zwei freistehenden Vitrinen im Raum werden durch drei Wandvitrinen umfasst. Die große Fensterfront sorgt für eine enorme Lichtdurchflutung des Raumes (wenn die Sonne scheint).
Schwerpunkt unter den ausgestellten Stücken sind – kaum verwunderlich – vielgestaltige Erzminerale der hydrothermalen Ganglagerstätten des Harzes. Stufen aus den Revieren bei Bad Grund und Clausthal-Zellerfeld sind hierbei dominant. Der breiten Vielfalt an Sekundär- und Nebengesteinsmineralisationen wird die Ausstellung leider nicht gerecht. Zwar finden sich in den freistehenden Vitrinen einige typische Vertreter aus der Pb-Zn-Cu-Paragenese diverser Lagerstätten und Fundstellen, die Anzahl entsprechender Exponate überzeugt nicht so richtig. Hier habe ich deutlich mehr erwartet.

Als echte Hingucker erweisen sich die vielgestaltigen Calcitstufen aus dem Sankt Andreasberger Silbererzbergbau. Als überaus "prächtig" kann man die Großkristall-Stufe aus Abb. 29 nennen, die, obwohl äußerst ungünstig in der untersten Vitrinenreihe platziert, sofort unweigerlich die Blicke auf sich zieht. Das museale Angebot an Zeolithen aus Sankt Andreasberg fand ich für eine Harzsammlung nicht überzeugend. Das Museum neben der ehem. Grube Samson ist hier eindeutig besser "aufgestellt".

Exponate aus Lagerstätten des Harzes mit "exhalativ-sedimentären" gebildeten Vererzungen, wie sie am Rammelsberg in Goslar und in Lerbach bergmännisch herein gewonnen wurden, treten mengenmäßig zurück. Wer sich speziell für die Rammelsberger Erze interessiert, wird aus der Geosammlung enttäuscht herausgehen; ich empfehle,  das Studium der Exponate direkt im Bergbaumuseum am Rammelsberg (2. Etage in der Aufbereitung) vorzunehmen; die Ausstellung geht dort stärker "in die Tiefe".

Die Ausstellung wird ergänzt durch einige typische Stufen aus den Erzgängen des Unterharzes, mit Mineralen der Granitintrusionen und Vulkanite des Südwestharzes.

Folgende Bilder mögen einen kleinen Rundumschlag zeigen. Sicherlich gibt es weitere "Wow-Stufen" in der Ausstellung. Diese entzogen sich aber leider meinen bescheidenen fotografischen Mitteln.


Abb. 27A und 27B
Oberharzer Gangerzstufen

Abb. 28
Gangerzstück mit Galenit, Sphalerit, Quarz, Chalkopyrit und
Tonschiefer;
Hillfe-Gotteser-Gang, 12. Sohle, Bad Grund

Abb. 29:
Da wird man auch als Mikromineralsammler schwach:
Braunspat (Kalkspat I, nach A. Wilke) mit jüngerem Calcit,
Apophyllit und Analcim;
Grube Samson, Sankt Andreasberg.  Ein Fund von 1883
Kantenlänge der Kristalle bis 25 cm

Abb. 30:
Blättriger Calcit
Sankt Andreasberg
Bildbreite ca. 15 cm

Abb. 31:
Beeindruckende Stufe mit Tetraedrit und Calcit
Grube Rosenhof, Clausthal
Bildbreite ca. 20 cm

Abb. 32:
Arsenolith und ged. Arsen
Sankt Andreasberg
Bildbreite ca. 16 cm

Abb. 33:
Selten: Samsonit auf Calcit
Samsoner Gang, Sankt Andreasberg
Bildbreite ca. 10 cm
Abb. 34:
Cerussit, Malachit
Oberschulenberg
Bidbreite ca. 20 cm

Abb. 35:
Chalkoalumit
Oberschulenberg
Bildbreite ca. 5 cm

Klassiker, wie die Manganite aus Ilfeld sowie die Galenite aus Neudorf dürfen natürlich nicht fehlen. Die Clausthaler Exponate sind in diesem Bereich aufgrund der großen Kristallbildungen außergewöhnlich (s. nachstehende Abbildungen):


Abb. 36:
Manganit
Ilfeld
Bildbreite ca. 20 cm

Abb. 37:
Galenit auf Siderit
Neudorf, Harzgerode, Sachsen-Anhalt
Kristalle bis 3,5 cm Kantenlänge!

Nicht vergessen möchte ich eine kleine, optisch nicht gerade schöne Wandvitrine in der Ecke der Fensterfront. Sie enthält etliche (Silber-)Münzen und Ausbeutetaler von 1539-1930 aus den bedeutendsten deutschen Bergbaugebieten Harz, Erzgebirge und Schwarzwald.
Auch wenn die Sicherungsmaßnahmen der Bedeutung und dem Wert der Münzen entspricht, bei der Beleuchtung sollte man nach besseren Lösungen suchen.

Nicht ganz befriedigt gehe ich zum Raum mit der Lagerstättensammlung. Meine Eindrücke hiervon und eine zusammenfassende Bewertung der Ausstellung in der TU Clausthal finden Sie im 3. und letzten Teil.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Guten Tag.
Ich freue mich über jeden Kommentar, sei es Lob, Kritik und Ergänzungen direkt zum behandelten Thema (Post). Nur zu!

+++++ Für Sonstiges, wie z.B. "Wo ist mein Kommentar geblieben?" oder andere allgemeine Dinge, die nicht zum eigentlichen Thema gehören, benutzen Sie bitte ausschließlich die o.g. EMail-Adresse. +++++

Micromounter