Donnerstag, 12. Dezember 2013

Mineralogisches Museum Hamburg (2)




Als erstes möchte ich Eindrücke vom Nebenraum, in dem die Gesteine und der Aufbau der Erde thematisiert werden, wiedergeben. Eine Vitrine ist dem Thema Kupferherstellung des Sponsors Aurubis AG (früher: Norddeutsche Affinerie) gewidmet; dieser sorgt maßgeblich dafür, dass dieses Museum an Sonntagen für sieben Stunden geöffnet wird. Eine andere zeigt schöne Fulgurite. Die Flächen im der Raummitte sind den nordischen Geschieben gewidmet.

Mineralienfreunde werden länger vor den Vitrinen mit Stufen von der sauerländischen Lagerstätte Ramsbeck sowie von den norwegischen Pegmatiten in Iveland, Arendal , Kragerø  und Langesundfjord  verweilen. Manche der seltenen Minerale hat man in dieser Größe selten gesehen.
 

Bild 16:
Geschiebe und lokale Geologie. Im Hintergrund eine Vitrine
mit Material aus Ramsbeck


Bild 17:
Nordische Geschiebe ansprechend präsentiert


Bild 18:
Anreiz mit offenen Augen und ausreichendem Wissen
über die Großkopfpflaster der Städte zu gehen


Bild 19:
Angenehme Beleuchtung


Bild 20:
Originelle Darstellung petrologischer Grundlagen

Die Gestaltung der Mineralien-Vitrinen ist außergewöhnlich und ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Objekte sind auf kleinen, lackierten oder stoffbezogenen Metallronden aufgestellt, die selbst in einem Gestell aus Bewehrungsstahl (lackiert oder blank) eingeschweißt sind. Eine gute Idee abseits der üblichen Glasplatten in Vitrinenschränken. Hierdurch wird der Blick auf die Rückwand mit weiteren Informationen, die nun gerne großformatiger sein dürfen, unbehindert freigemacht. Durch den Verzicht auf die „üblichen“ klobigen Namens- und Fundortschildchen in unmittelbarer Nähe der Exponate wird eine angenehme Leichtigkeit der Szenerie erzielt. Das Auge erfreut sich an gut postierten Stücken in nicht überfrachtend wirkenden Vitrinen. Die weitergehende Beschreibung der Stufen erfolgt mit kleinen durchnummerierten Plexiglas-Klötzchen am Objekt und transparenten Textfolien auf den Seiten der Frontscheiben. Die gleiche Methode ist mir bereits im Harz-Museum in Wernigerode wohltuend aufgefallen. Konsequent steht die einzelne Stufe für sich und die Ästhetik im Vordergrund - optisch störendes „Beiwerk“ ist nicht vorhanden. Dieses Beschriftungskonzept ist übrigens in allen Vitrinen im gesamten Haus eingehalten worden.


Bild 21:
Schauvitrine mit norwegischen Pegmatitmineralen

Auf eine insgesamt gute und annähernd farbneutrale Ausleuchtung der Vitrinen und Stufen ist hier(!) geachtet worden. Der Betrachter erfreut sich über eine abwechslungsreiche und nicht ermüdende Darstellung der Objekte. Man merkt, es ist eine Schausammlung. Mir hat es gefallen und freue mich schon auf die nächsten Vitrinen, ein guter Einstieg.

Abschließend einige ausgesuchte Beispiele aus einer Vielzahl exquisiter, teilweise sehr ästhetischer Stufen.

Einige Highlights aus Norwegen:


Bild 22:
Gadolinit aus Iveland


Bild 23 und 24:
Skapolithe von Arendal


Bild 25:
Epidot und Orthoklas von Arendal


Bild 26:
Apatit und Aegirin, Fundort: Kragerø


Auch die Stufen aus Ramsbeck können sich sehen lassen:


Bild 27:
Boulangerit und Quarz


Bild 28 und 29:
Galenit


Bild 30:
Baryt-Kristalle


Bild 31:
Bleiglanz („Gonderbacher Zwillinge) auf Baryt


Bild 32:
Pyromorphit



Weiter in Teil (3): hier



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Guten Tag.
Ich freue mich über jeden Kommentar, sei es Lob, Kritik und Ergänzungen direkt zum behandelten Thema (Post). Nur zu!

+++++ Für Sonstiges, wie z.B. "Wo ist mein Kommentar geblieben?" oder andere allgemeine Dinge, die nicht zum eigentlichen Thema gehören, benutzen Sie bitte ausschließlich die o.g. EMail-Adresse. +++++

Micromounter