Donnerstag, 12. Dezember 2013

Mineralogisches Museum Hamburg (3)




Weiter geht es mit den beleuchteten Schaufenstervitrinen im Erdgeschoss, in der ca. 1.500 ausgewählte Exponate zu bewundern sind. Viele der Stufen muss man als exquisit bezeichnen; sie können sich ohne weiteres mit Schaustücken in der Freiberger „terra mineralia“ messen. Klassiker stehen neben Stufen mit außergewöhnlichen und großen Kristallen, die man in dieser Form selten bewundern kann.


Bild 33:
Schauvitrine „Kristallographie“


Bild 34:
Exponate in der Schauvitrine „Schönheit im Mineralreich“


Bild 35:
Schauvitrine „Kristallausbildung, Wachstumsstadien“

Auch im Hauptteil des Museums ist die Präsentation der Stufen gewöhnungsbedürftig. Auffällig ist die farbliche Ausgestaltung der Dioramen-ähnlichen Schaufenstervitrinen. Während sich manche als eher dezent bezeichnen lassen, so gibt es einige recht „quietschbunte“ Exemplare (siehe Teil (4) des Berichtes). Gerne hätte ich einige Vitrinen im neutralen und vielleicht edler wirkenden Schwarz gesehen, aber die gibt es nicht.
Schaukastenwände und Einzelsockel sind mit Filz im selben Farbton beklebt. Aus eigener Erfahrung habe ich Filz aus meiner Sammlung verbannt, da er sich recht schnell mit Krümeln und Staubpartikel vollsetzt,  die man nur schwerlich entfernen kann. (Das Problem des hohen Reinigungsaufwandes zeigt sich auch bei den üblichen Bodenbelägen in PKW’s). Im Hamburger Museum sieht man keine Fremdstoffe im verfilzten Stoff. Entweder sind die Schaukästen außergewöhnlich gut abgedichtet, gut gepflegt oder beides.
Interessanterweise beeinflusst die Filzfarbe nur wenig die Eigenfarbe der Stufen. Bei den grellbunten Vitrinen wirkt das aber teilweise störend. Manche Exponate „leiden“ ein wenig unter dem ungünstigen (geringen) Kontrastverhältnis zwischen Eigenfarbe und Filztönung; Schwarzbraune Rauchquarze auf dunkelgrüner Unterlage wirken nach meiner Meinung nicht optimal. Insgesamt ist in jeder Vitrine ein guter Kompromiss für alle Stufen in dieser Hinsicht gefunden worden.

Jeder Schaukasten ist wirkungsvoll gestaltet und weder überladen noch luftig. Die Stufen werden sehr gut und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Es überwiegt der Aspekt der Ästhetik. Die Beleuchtung zeigt eine ausgewogene neutrale Farbtemperatur und ist sehr angenehm. Das Auge ermüdet nur langsam, man freut sich immer auf die nächste Vitrine. Im Gegensatz dazu ist in manchen anderen Museen die Präsentation eher eintönig und ohne Abwechslung.


Einige Highlights aus den Schauvitrinen „Schönheit im Mineralreich“ I und II, „Kristallausbildung, Wachstumsstadien“, „Kristallographie“ u.a.


Bild 36:
Ein Klassiker, den man in vielen Sammlungen bewundern kann:
Amazonit und Rauchquarz von Pikes Peak (Colorado), U.S.A.


Bild 37:
Die Granatvarietät Grossular in großen Kristallen in Edelsteinqualität;
eine Stufe von Sierra de la Cruz, Mexiko - (nicht wie angeben: Lake
Jaco). Über die Problematik der Fundortzuordnung siehe hier 


Bild 38:
Rauchquarz aus dem unterschlesischen Lomnitz (heute: Lomnica), Polen


Bild 39:
Immer wieder schön anzusehen: Rhodochrosit auf
Quarz von Alma (Colorado), U.S.A.


Bild 40:
Antimonit mit Baryt verwachsen;
ein echter Hingucker aus Siebenbürgen, Rumänien

Bild 41:
Kristallausbildung „Skelettwachstum“ (Fensterquarz);
ohne weitere Fundortangabe


Bild 42:
Kristallausbildung „Mosaikbau“ (Galenit, vorne) und
„verzerrte Kristalle“;
Tafelquarz, hinten);
ohne weitere Fundortangabe


Bild 43:
Ein schönes Beispiel zum Thema „Flächenausbildung“ (spärlich
bewachsene Kluftwand, wenige Kristalle, g
eringe Stoffzufuhr);
ohne weitere Fundortangabe


Bild 44


Bild 45:
Ein Traum! Ca. 25 cm hohe Gipsstufe als Beispiel für
eine
telethermale Bildung (bis max. 100°C);
ohne weitere Fundortangabe


Die Schausammlung geht anschließend in eine systematische Mineralien-Ausstellung über, die der Strunz’schen Systematik entspricht.

Weiter in Teil (4): hier




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