Sonntag, 6. Februar 2011

Radioaktive Mineralien (2)


Hier nun eine Auflistung der wichtigsten radioaktiven Minerale (Grün sind alle Varianten, diskreditierten Namen, Minerale mit fraglichem Status markiert). Durchforsten Sie Ihre Sammlung nach diesen Mineralien.

 Teil 1

Abenakiit – (Ce)
Becquerelit
Chadwickit
Abernathyit
Bergenit
Cheralith  (Brabantit)
Absit
Betafit
Cheralith – (Ce)
Aeschynit – (Ce)
Bijvoetit – (Y)
Chernikovit
Aeschynit – (Nd)
Billiétit
Chevkinit – (Ce)
Aeschynit – (Y)
Bismutopyrochlor
Chistyakovait – (Y)
Agrinierit
Blatonit
Ciprianiit
Albrechtschraufit
Boltwoodit
Clarkeit
Allanit – (La)
Brannerit
Cleusonit
Althupit
Britholit – (Ce)
Cliffordit
Andersonit
Brockit
Cobaltzippeit
Arapovit
Bussyit – (Ce)
Coconionit
Arsenovanmeersscheit
Calciobetafit
Coffinit
Arsenuranospathit
Calciosamarskit
Compreignacit
Arsenuranylit
Calciouranoit
Cousinit
Ashanit
Calcioursilit
Coutinhoit
Asselbornit
Calcurmolit
Cuprosklodowskit
Astrocyanit – (Ce)
Carnotit
Curienit
Autunit
Cejkait
Curit
Bassetit
Cerianit – (Ce)
Davidit – (Ce)
Bauranoit
Cerphosphorhuttonit
Davidit – (La)
Bayleyit
Cervandonit – (Ce)
Deliensit

Teil 2
Deloryit
Francoisit – (Nd)
Iwashiroit – (Y)
Demesmaekerit
Fritzscheit
Jáchymovit
Derriksit
Furongit
Johannit
Dessauit – (Y)
Grayit
Joliotit
Dewindtit
Gramaccioliit – (Y)
Kahlerit
Dingdaohengit – (Ce)
Grimselit
Kamitugait
Dissakisit – (La)
Guilleminit
Kamotoit – (Y)
Dumontit
Haiweeit
Kapustinit
Ekanit
Hallimondit
Karnasurtit – (Ce)
Elbrusit – (Zr)
Haynesit
Kasolit
Enalit
Heinrichit
Kivuit
Euxenit – (Y)
Hellandit – (Ce)
Kobeit – (Y)
Eylettersit
Holfertit
Kuannersuit – (Ce)
Ferganit
Hügelit
Kukharenkoit – (La)
Fergusonit – (Ce)
Huttonit
Lakargiit
Fersmit
Ianthinit
Lakebogait
Fluorbritholit – (Ce)
Illimaussit – (Ce)
Larisait
Fluorcalciobritholit
IMA2008-022
Lehnerit
Fontanit
IMA2009-081
Lepersonnit – (Gd)
Fourmarierit
Iraqit – (La)
Lermontovit
Francevillit
Iriginit
Liandratit
Francoisit – (Ce)
Ishikawait
Liebigit

Teil 3
Magnesiozippeit
Metaschoepit
Mourit
Magnioursilit
Metastudtit
Mundit
Margaritasit
Metatorbernit
Natroautunit
Marécottit
Metatyuyamunit
Natroboltwoodit
Markcooperit
Metauramphit
Natrouranospinit
Marthozit
Metauranocircit-I
Natrozippeit
Masuyit
Metauranocircit-II
Nickelzippeit
Mckelveyit – (Y)
Metauranopilit
Nielsbohrit
Melanocerit – (Ce)
Metauranospinit
Ningyoit
Menezesit
Metavandendriesscheit
Nioboaeschynit – (Ce)
Meta- Ankoleit
Metananmeersscheit
Nioboaeschynit – (Y)
Meta-Autunit
Metavanuralit
Novacekit-I
Metacalciouranoit
Metazellerit
Novacekit-II
Metahaiweeit
Metazeunerit
Okanoganit – (Y)
Metaheinrichit
Moctezumit
Orthobrannerit
Metakahlerit
Moluranit
Orthochevkinit
Metakirchheimerit
Monazit – (Ce)
Orthowalpurgin
Metalodèvit
Monazit – (La)
Oswaldpeetersit
Metanatroautunit
Monazit – (Nd)
Oursinit
Metanovácekit
Monazit – (Sm)
Paraschoepit
Metarauchit
Moreauit
Parsonsit
Metasaléeit
Mottanait – (Ce)
Paulscherrerit

Teil 4
Perrierit – (Ce)
Rameauit
Sejkorait – (Y)
Petscheckit
Ranunculit
Sengierit
Phosphuranylit
Rauchit
Shabait – (Nd)
Phosphowalpurgit
Rauvit
Sharpit
Phuralumit
Renardit
Sklodowskit
Phurcalit
Richetit
Soddyit
Piergorit – (Ce)
Romanit
Spriggit
Piretit
Roubaultit
Sreinit
Pisekit – (Y)
Rutherfordin
Steacyit
Plumbobetafit
Sabugalit
Steenstrupin – (Ce)
Plumbomikrolith
Saléeit
Stornesit – (Y)
Plumbopyrochlor
Samarskit – (Y)
Strelkinit
Polyakovit – (Ce)
Samarskit (Yb)
Studtit
Polykras – (Y)
Saryarkit – (Y)
Swamboit
Polymignit
Sayrit
Swartzit
Proshchenkoit – (Y)
Sazhinit – (La)
Tengchongit
Protasit
Schmitterit
Thallium-Carnotit
Przhevalskit
Schoepit
Thorbastnäsit
Pseudo-Autunit
Schröckingerit
Thorianit
Pseudojohannit
Sedovit
Thorit
Rabbittit
Seelit-1
Thornasit
Rabejacit
Seelit-2
Thorogummit

Teil 5
Thorosteenstrupin
Uranophan
Vyacheslavit
Thorutit
Uranophan-Beta
Walpurgin
Threadgoldit
Uranopilit
Weeksit
Torbernit
Uranopolykras
Widenmannit
Triangulit
Uranosilit
Wölsendorfit
Tristramit
Uranospathit
Wyartit
Tritomit – (Ce)
Uranosphärit
Xiangjiangit
Trögerit
Uranospinit
Yakovenchukit – (Y)
Tuliokit
Uranotungstit
Yingjiangit
Turkestanit
Uranopolykras
Yttrialit – (Y)
Tyuyamunit
Uranpyrochlor
Yttrobetafit – (Y)
Uedait – (Ce)
Ursilit
Yttrocolumbit – (Y)
Ulrichit
Uvanit
Yttrocrasit – (Y)
Umbozerit
Vandenbrandeit
Yttropyrochlor – (Y)
Umohoit
Vandendriesscheit
Yttrotantalit – (Y)
Upalit
Vanmeersscheit
Zellerit
Uramarsit
Vanuralit
Zeunerit
Uramphit
Vanuranylit
Zinkzippeit
Urancalcarit
Vicanit – (Ce)
Zippeit
Uraninit
Vochtenit
Zirkelit
Uranmikrolith
Voglit
Zirconolit – 3O
Uranocircit
Vorlanit
Znucalit

Fehler entdeckt, Minerale vergessen? Schreiben Sie mir! micromounter@public-files.de


Micromounter-Serviceleistung #1

Interessierten Lesern sende ich gerne eine erweiterte Liste mit chem. Summenformeln
 (pdf-Datei) auf gesonderte Anforderung per EMail zu. 
Diese Liste ist ein Deutschland einmalig, die gibt es nur in diesem Blog!


 
Eine - wenn auch sehr schwache - Radioaktivität ist bei Mineralien bekannt geworden, bei denen man es auf Anhieb nicht erwartet hätte, wie z.B. bei vielen Feldspäten, Glimmern  und Zeolithen bzw. Mineralien in Gesteinen mit granitischer Zusammensetzung. Die möglichen Träger der Radioaktivität sind - neben Spuren  von Uran und Thorium – radioaktive Isotope verschiedener Elemente, besonders Kalium (40K) und die der Seltenen Erden (SEE). 
Bei diesen sind i. A. keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Eine kleine Zusammenstellung liefert folgende Tabelle:


Agardit-(La)
Glaukonit
Parisit-(Ce)
Allanit-(Ce)
Hyalophan
Parsettensit
Apophyllit
Illit
Pharmakosiderit
Arsenoflorencit-(Ce)
Jarosit
Phillipsit
Baylissit
Kainosit-(Y)
Phlogopit
Biotit
Kalicinit
Retzian-(Ce)
Birnessit
Kemmlitzit
Roscoelith
Chabasit
Kryptomelan
Sanidin
Crichtonit
Lepidolith
Siderophyllit
Djerfisherit
Leucit
Stilpnomelan
Eudialyt
Mikroklin
Synchisit-(Ce)
Gadolinit
Milarit
Todorokit
Ganterit
Muskovit
Voltait
Gasparit-(Ce)
Nephelin
Zinnwaldit

Orthoklas


 

Radioaktive Mineralien (1)


In der unbelebten Natur kommt eine Vielzahl von Mineralien vor, die radioaktive Isotope unterschiedlicher Elemente enthalten. Besonders sind hier die Verbindungen des Urans und des Thoriums zu nennen, die ein erhöhtes Gefährdungspotential für alle Lebewesen besitzen.
Dummerweise aber sind vor allem die farbenprächtigen sekundären Uranmineralien bei uns Mikromineral-Sammler äußerst beliebt. 

Was also tun?
Manche Publikation rät dazu, diese Mineralien erst gar nicht zu sammeln. Je nach Sammelschwerpunkt ist dieses kein einfaches Unterfangen. Besonders der Komplett-Systematiker müsste hiernach auf über fast 400 verschiedene Minerale verzichten. Sein Sammlungsziel ist demnach schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt.
Eine "Abhilfe" zur Gefahrenreduzierung beim Umgang mit radioaktiven Mineralen ist in der Einhaltung besonderer Vorsichtsmaßnahmen zu sehen. Neben der Reduzierung/Vermeidung der auf den Körper von außen einwirkenden Strahlung (sog. "äußere Exposition") ist der Verhinderung einer Inkorporation (sog. "innere Exposition") besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

In dem meisten Fällen ist nicht das Uran selbst die Hauptquelle der Strahlung, sondern die Gesamtheit der beim radioaktiven Zerfall entstehenden Element-Isotope. Hier ist besonders das Radon zu nennen. In schlecht gelüfteten Räumen, bevorzugt in Kellern, reichert sich das radioaktive Gas an und entfaltet nach Einatmen seine schädliche Wirkung im Lungengewebe.


Uranopilit, Nièvre, Frankreich. Bildbreite 2 mm, Foto/Diascan & Samml. L.Simal

In manchen Ländern ist für Lagerung, Ausstellung, Bezug und Abgabe radioaktiver Mineralien und Gesteine zwingend eine staatliche Genehmigung notwendig, wenn hierbei definierte Freigrenzen überschritten werden. So gibt z.B. die Schweiz als Aktivitäts-Grenzwert für Uran 400 kBq und für Thorium 6 kBq an. Unter der Annahme, dass etwa 1% des Minerals aus natürlichem Uran bzw. Thorium besteht, kommt es zu einer Massenbegrenzung für beide Elemente, wie folgt:
Maximale Masse des Thorium-Minerals: 1 kg
Maximale Masse des Uran-Minerals: 10 kg
Der Anteil von Uran im Mineral Uraninit (Pechblende, UO2) beträgt über 88%. Rechnen Sie sich aus, wie schwer Ihr Pechblendebelegstück sein darf, um unterhalb der Freigrenze zu liegen …

Mehr zum Strahlenschutz hier

Auch wenn ernsthafte Mikromineral-Sammler und Micromounter einige Mengen anhäufen können, ehe sie irgendwelche Grenzwerte erreichen, sollten alle Mineralsammler folgende operationelle Vorsichtsmaßnahmen für einen sachgemäßen Umgang mit unseren strahlenden Schätzchen unbedingt befolgen:

  1. Sammeln Sie möglichst kleine Stücke (Für uns Mikromineralsammler kein Problem).
  2. Radioaktive Stücke sollten nicht zerkleinert, angeschliffen oder abrasiv bearbeitet werden. Jede unnötige Zerkleinerung und Partikel-Bildung und –Verteilung ist zu vermeiden. Falls es doch erforderlich ist, verlagern Sie wenn möglich Ihre Arbeit ins freie Gelände und tragen Sie dabei einen geeigneten Atemschutz. Die Stufen sollten dabei angefeuchtet werden. Staub und Gesteinssplitter sollten feucht gebunden und entsorgt werden. 
  3. Reinigen Sie nach dem Hantieren mit radioaktiven Gesteinsproben Haut, Haar, Kleidung, den Arbeitstisch und alle verwendeten Geräte sehr sorgfältig. Radioaktive Mineralien sollen im Allgemeinen möglichst wenig in den Händen gehalten werden. Tragen Sie Einweg-Handschuhe! Berühren Sie auch damit nur das Nötigste, nicht aber offenliegende Hautpartien und Haare. Auch Ihre Kleidung sollte unangetastet bleiben. Gebrauchte Handschuhe entsorgen Sie am besten in einer Plastiktüte. 
  4. Beim Hantieren mit radioaktiven Substanzen niemals zeitgleich essen, trinken und rauchen! Die Finger sind stets vom Mund entfernt zu halten. 
  5. Radioaktive Mineralien gehören unter Verschluss (Vitrinen, Sammlungsschränke). Sorgen Sie dafür, dass Unbeteiligte - insbesondere Kinder - keinen Zugang zu radioaktiven Proben haben und sich in deren Nähe nur kurz aufhalten
  6. Bewahren Sie die Stücke in dicht verschlossenen Behältnissen zur Verminderung von Staub- und Radonaustritt auf. Plastikdosen schwächen Alpha- und Betastrahlung gut ab. Behältnisse mit starken Gammastrahlern ggf. mit Blei umhüllen. Nach Möglichkeit sollen radioaktive Mineralien mit einem Plastikspray überzogen werden. 
  7. Die Stufen sind in gut durchlüfteten Räumen zu lagern oder auszustellen. Lüften Sie Räume, in denen sich stark Radon-exhalierende Proben befinden, gezielt, besonders gut und häufig. Verbannen Sie das radioaktive Material aus Wohn- und Schlafräumen bzw. öffentlich unkontrolliert zugänglichen Räumen. Öffnen Sie das Behältnis nicht in geschlossenen Räumen. Radon migriert: die Lagerung im Kellerraum oder direkt angebauten Garagen ist zu vermeiden.
  8. Alle Behälter müssen deutlich als radioaktiv gekennzeichnet sein.  Der für die Lagerung dieser Quellen vorgesehene Ort (auch Vitrinen) ist ebenfalls deutlich zu kennzeichnen.
  9. Vermeiden Sie einen längeren Aufenthalt und die unmittelbarer Nähe von radioaktiven Mineralien – ganz besonders bei größeren Stücken oder ganzen Sammlungen. Die Strahlenexposition sinkt quadratisch zur Entfernung. Entnehmen Sie das Probebehältnis nur bei akutem Bedarf. Radioaktive Mineralien dürfen nicht in den Taschen von Kleidungsstücken herumgetragen werden. Positionieren Sie die Stufen in zweiter Reihe im Rückraum der Vitrine.
  10. Weisen Sie bei jeglicher Weitergabe radioaktiver Minerale  - Geschenk, Tausch oder Verkauf – auf die Gefahren und gesundheitsschädlichen Wirkungen dieser Proben hin. Händler sind verpflichtet, Ihre Ware entsprechend zu deklarieren. Ware auf Verkaufstischen soll vor freiem Zugriff - besonders Unbefugter - wirkungsvoll geschützt sein.  
  11. Erkundigen Sie sich beim Versand radioaktiver Minerale mit der Post über die einzuhaltenden Bestimmungen. Planen Sie größere Mengen auf der Straße zu transportieren, so sind ggf. besondere Beförderungs- und Kennzeichnungsvorschriften einzuhalten. An manchen Staatsgrenzübergängen sind Detektoren installiert. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie nach einer Sammelreise im Ausland gezwungen werden, Ihren Kofferraum zu öffnen und die Sachen herauszugeben. Gleiches gilt für Flughäfen. 
  12. Kontrollieren Sie möglichst regelmäßig die Dosis-Leistung ihrer Proben mit zugelassenen Strahlungsmessgeräten.