Sonntag, 14. November 2010

Schwarze Dosenböden preiswert

Zugegeben, ein schwarzer Boden bei Aufbewahrungsdöschen für Micromounts und sonstige kleinformatige Mikromineralstufen sieht einfach besser, edler aus und bringt das Objekt stärker zur Geltung. Daneben werden auch störende Lichtreflexionen beim Betrachten verringert.

Nur leider kostet das Döschen mit schwarzem Sockel im Handel durchschnittlich etwa 6 bis 9 Cent mehr als die übliche Stülpdeckelvariante mit klarem Boden und Deckel. Diese Mehrkosten mag mancher nicht tragen. Nachteilig neben dem um ca. 65 bis 95% höheren Preis sind die unterschiedlichen Außenabmessungen, die sich bei der Unterbringung der Dosen in Büro-Formularschubladen-Systemen manchmal als problematisch erweisen.
Die kleinsten Boxen der finnischen Firma  Hj. Jousi Oy - kurz JOUSI®-Boxen - kommen meist preisgleich daher, egal ob man den weißen oder schwarzen Boden wählt.

Was kann der Micromounter - ohnehin handwerklich und manuell geschickt – tun, um preiswert schwarze Böden zu bekommen? In Nordamerika sieht man öfters Döschen, deren Innenseiten mit schwarzem Mattlack bepinselt wurden. Auf die in Europa üblichen Stülpdeckeldosen lässt sich dieses nur anwenden, wenn die Montage der Stufe im hohen „Deckel“ erfolgt, da die lackierten Flanken des „Bodens“ beim Öffnen der Dose stets zerkratzt und somit schnell unansehnlich wird. Diese Methode kann ich nicht empfehlen.

Abhilfe 1:
Man besorge sich eine kleine Rolle (45 oder 67,5 x 200 cm) selbstklebender Folie, z.B. „d-c-fix“® deco, uni-matt, schwarz. Diese ist im Handel schon ab 5,50 Euro erhältlich. Mit einem Cuttermesser und einem Metalllineal zerschneiden wir die Folie in 26,5 bis 27,0 mm große Quadrate. Wir erhalten am Ende 1184 bzw. 1850 Stück (Anm.: Schließen Sie sich mit anderen Sammlern zusammen und teilen Sie Kosten und Folie anteilig auf). Die 67,5-cm-Rolle ist günstiger im Verschnitt und Preis als die 45-cm-Rolle. Der Stückpreis für ein Bodenquadrat beträgt dann 0,5 bis 0,6 Cent.
Die Oberfläche der Folie sieht stumpf-matt aus, ist aber trotzdem recht glatt, so dass Befestigungskitt oder Kleber meist nicht dauerhaft direkt darauf hält. Ehe ich die Schutzfolie abziehe und das Quadrat in den flachen Teil der Stülpdose einklebe, stanze ich mit Hilfe einer Lochzange eine „der Befestigungsmethode entsprechend große Öffnung“ in die Folie. Was heißt das? Die Haftung von Kitt bzw. Kleber erfolgt mit dem Polystyrol der Dose. Ist das Gestein recht groß und soll nur mit einer Kittkugel befestigt werden, dann wähle ich ein größeres Loch (entspr. größere Kontaktfläche). Bei der Montage winziger Objekte auf einem kleinen Sockel ist die Öffnung und somit Kontaktfläche entsprechend klein. Das Loch sollte nie größer als die Sockelgrundfläche sein.

Cuttermesser und Lochzange habe ich günstig vom 1-Euro-Grabbeltisch erworben; diese Qualität reicht für unsere Zwecke aus.

Micromountdosen-Bodeneinleger
Lochzange
Micromountdosen mit farbigem Einlegeboden. Im Hintergrund: Stülpdeckeldose mit schwarzem Fertigboden.


Ich benutze als Bodenfarbe für meine Schlacke-Minerale die tief weinrote Folie, für Mikrokristalle aus Karsthöhlen eine dunkelbraune Variante. So lassen sich ansprechende Kontraste erzielen und ein schnelles Zuordnen bzw. Auffinden in der Masse der Dosen realisieren. Auch die Böden der JOUSI®-Boxen lassen sich so farblich umgestalten.

Abhilfe 2:
Manchmal sieht man auch die „Karton-Variante“. Statt einer Klebefolie wird hier ein Kartonquadrat eingelegt, auf das direkt die Kittkugel gedrückt oder ein Sockel geklebt wird. Auf das Einkleben dieses Karton-Gebildes in den Dosenboden wird - mir unverständlich - meist verzichtet. So passiert es oft, dass beim Drehen und Kippen der Stufe unter dem Binokular die ganze Einheit aus dem Deckel kippt und die Kristalle beschädigt werden. Also bitte einkleben.
Der Preis pro Karton-Einleger ist leicht geringer als der eines Folien-Quadrates. Allerdings machen sich die Eigenschaften des Kartons schnell bemerkbar: Fette (bei minderwertigem Kitt) und Lösemittel der Kleber ziehen manchmal in den Karton ein und hinterlassen einen fleckigen, unsauberen Eindruck. Die leicht raue Oberfläche ist sehr schmutzanfällig.

Beide Varianten – Folie oder Papier – haben bei sachgemäßer Ausführung ihre Berechtigung und führen zu einer spürbaren Kostenentlastung gegenüber den optisch nicht besser wirkenden Fertig-Schwarzböden.

Kommentare:

  1. Das ist ja mal cool.
    Auf diese Weise lässt sich oprisch ja auch einiges trenne.
    Na...dann mal auf. Gibt ne Menge umzugestalten.
    Dieser Blog kommt ab sofort zu meinen Favoriten....

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  2. Auch ich war 2007, 2008, 2013 auf der kleinen Halde beim Ostschacht buddeln und fand sehr schönen Hemimorphit und Rosasit. Es lohnt sich immer noch dort zu suchen.
    Walter Hajek

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    1. Danke für Ihren Hinweis, Herr Hajek, der zu meinem Beitrag über Lautenthal (http://micromounts.blogspot.de/2010/11/fundstelle-lautenthal-im-harz.html) gehört.
      Ja, auch auf solchen "ausgelutschten" Halden kommt manchmal noch Erstaunliches zu Tage. Selbst das oberflächliche Auflesen z.B. auf der Glückrad-Halde bei Oberschulenberg (an bestimmten Stellen) erfreut immer noch das Mikromineralsammlerherz. Deshalb nie die Hoffnung aufgeben.

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