Dienstag, 28. Dezember 2010

Von den Vorteilen Mikrominerale und Micromounts zu sammeln (2)


== Fortsetzung von Teil 1 ==


3. Unversehrtheit / besserer Erhaltungszustand

Micromounter und Mikromineral-Sammler haben sich daran gewöhnt, makellose Kristalle und unversehrte Kristallbildungen zu betrachten.
Mikro-Kristalle sind gegenüber größeren Kristallen im Allgemeinen besser erhalten und am ehesten völlig unversehrt. Während diese, meist in kleinen Klüften und Hohlräumen der Matrix gut geschützt, das Bergen, Einpacken und Transportieren schadlos „überleben“, kommen deren „größere Kollegen“ öfters angebrochen und angemackt (engl.: „dinged“) daher. Die Chance, beim Sammeln einen größeren Kristall unwiederbringlich zu beschädigen bzw. diesen schon mit sichtbaren Schadensspuren aufzufinden, ist entschieden größer.
Daran knüpft sich nahtlos der nächste Grund an:


4. Geringer Aufwand im Gelände

Der Normalstufensammler muss einen entschieden höheren Verpackungsaufwand treiben, um seine gefunden Schätze ohne (weitere) Beschädigung nach Hause zu bringen. Mikromineral-Sammler haben es da leichter.
Befinden sich die Kristalle ungeschützt auf der Gesteinsoberfläche, so reicht das einmalige Einschlagen der Stufe in Papier in der Regel aus, da auch die Stufen kleiner und leichter sind. Ganz Pfiffige benutzen Abfallverpackungen aus Industrie und Handel, die einen weiteren Schutz der Stüfchen überflüssig machen. Bei freistehenden, empfindlichen Kristallen hingegen sind die Methoden der „Normalos“ allerdings zu übernehmen.

Sehr viele von uns verzichten sogar auf eine Verpackung, da unsere Strategie im Gelände dieses nicht mehr erfordert. Vieles – wenn nicht alles – nehmen wir „auf Verdacht“ mit und zerkleinern die Proben erst unter kontrollierten Bedingungen zu Hause. Transportschäden werden damit minimiert oder ausgeschlossen. Die „Verpackung“ besteht sehr oft aus einem Eimer oder Korb, in der die Fundstücke wahllos zusammengewürfelt ein kleines Haufwerk bilden: Unser Erkennungszeichen…  
Das Motto lautet hier: „Verpackst Du noch, oder suchst Du schon/weiter?“ Einem Mikromineral-Sammler steht meistens mehr Zeit für die eigentliche Suche am Aufschluss zur Verfügung.

De mineris, et earum inventione. (*)
 
5. Bessere Fundmöglichkeiten

Es ist einer der „gewichtigen“ Gründe.
In meiner langjährigen „Sammler-Karriere“ bin ich sehr selten ohne befriedigende Funde heimgekehrt. Das wäre an sich nicht weiter schlimm gewesen und gehört beim Sammeln von Objekten in und aus der Natur dazu. Allerdings blicke ich seit vielen Jahren immer öfters in die frustrierten Gesichter der Normalstufen-Sammler“, die ohne bzw. ohne nennenswerte Funde einen Aufschluss verlassen, während sich die Eimer meiner Mikromineral-Sammlerkollegen an gleicher Stelle immer noch unaufhörlich füllen und gute Stüfchen versprechen. Exzellentes Mikro-Material kann an Fundstellen gesammelt werden, die für Sammler größerer Exemplare gar nichts (mehr) bereithalten.
Sicherlich, auch ich lasse keine Normal- oder Großstufe liegen, wenn ich eine entdecke und diese mehr oder minder schadlos bergen kann. Wenn ich resümiere, dann hat sich mir in den letzten Jahren und Jahrzehnten diese Gelegenheit immer seltener ergeben.

Ein großes Potential an Fundmöglichkeiten ergibt sich für uns an Aufschlüssen, die niemals bei Normalstufen-Sammlern auf dem Programm standen: Sand-, Granitgrus- und Kiesgruben, Strände und Ufer. Auch Tongruben und Steinbrüche, die als Fossil-Fundstelle bekannt sind, können beeindruckendes Mikromineral-Material, z.B. in Fossil-Hohlräumen, liefern. Selbst Gleisschotter kann interessant sein.

Mikromineral-Sammler finden interessantes Material fast überall. Die Fundmöglichkeiten sind selbst auf Bergwerkshalden, die auf seit Jahrzehnten als abgesucht und steril angesehen werden, gegeben. Allerdings verringert sich die Anzahl aller Aufschlüsse ständig, während sich der Aufwand zum Auffinden guter Kleinkristalle erhöht. Das muss man ehrlicherweise zugegeben. Aber davon ist der Normalstufen-Sammler auch und in meinen Augen stärker betroffen als der Kleinstmineral-Sammler. 

De metallicis Demonibus. (*)

Immer noch nicht überzeugt? Hier, im Teil 3 folgen weitere, gute und handfeste Gründe, Mikromineralien zu sammeln und diese zur Herstellung von Micromounts zu verwenden.

== Wird mit Teil 3 fortgesetzt ==
 


(*) Beide obigen Holzschnitte sind entnommen aus: OLAUS MAGNUS, Historia de gentibus Septentrionalibus … (Antuerpiae 1562)

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